Camerata Vocale Freiburg / Winfried Toll

Camerata Vocale Freiburg
Die Camerata Vocale Freiburg gehört zu den gefragtesten deutschen Kammerchören. 1977 wurde das Ensemble von einer studentischen Gruppe gegründet und arbeitete zunächst ohne Dirigenten, bis man sich entschloss, einen künstlerischen Leiter zu berufen. Seit 1988 hat Winfried Toll dieses Amt inne.
Der Chor war auf bedeutenden Festivals und Konzertreihen im In- und Ausland zu Gast. Tourneen führten die 25 bis 40 geschulten Sängerinnen und Sänger nach Portugal, Island, Irland, Israel, Kanada, mehrfach nach Brasilien, in die europäischen Nachbarstaaten und 2015 nach Südkorea.
Sehr erfolgreich trat das Ensemble bei nationalen und internationalen Wettwerben (Erste Preise beim Deutschen Chorwettbewerb und beim Internationalen Chorwettbewerb in Cork, Irland) in Erscheinung. Seit 1986 arbeitete die Camerata Vocale Freiburg mehrfach mit dem SWR Studio Freiburg zusammen. Es entstanden bisher sieben CD-Produktionen, die von der Presse begeistert rezensiert wurden. Im Jahre 2003 wurde der Camerata Vocale Freiburg der „Europäische Kammerchorpreis“ der Europäischen Kulturstiftung Pro Arte verliehen.
Im oratorischen Bereich arbeitet der Chor eng mit dem Kammerorchester Basel zusammen, ferner wurden gemeinsame Konzerte mit dem Barockorchester La Stagione, dem Freiburger Barockorchester (unter Réne Jacobs), der basel sinfonietta und dem Philharmonischen Orchester Freiburg unter den GMDs Donald C. Runnicles, Johannes Fritzsch, Kwamé Ryan, Patrik Ringborg und Fabrice Bollon gegeben. Auch mit dem Sinfonieorchester des SWR Baden-Baden und Freiburg gab es unter der Leitung von Sylvain Cambreling, Michael Gielen und Hans Zender zahlreiche Koproduktionen.
„Ein Chorklang mit solistischer Reinheit und Präzision“, schreibt Achim Stricker im Schwäbischen Tagblatt (16.10.2016) und fährt fort: „aber anders als manches steril-perfektes Vokalensemble so tief berührend, klanggeborgen, nahbar und gemeinschaftlich“.

Winfried Toll
Nach dem Abitur am Collegium Augustinianum Gaesdonck absolvierte Winfried Toll zunächst ein Theologie- und Philosophiestudium in Münster und Freiburg, bevor er sich dem Studium der Komposition, Musiktheorie und Schulmusik bei Klaus Huber und Brian Ferneyhough an der Musikhochschule Freiburg widmete. Es folgten Meisterkurse in Gesang bei Elisabeth Schwarzkopf und Aldo Baldin sowie in Dirigieren bei Helmuth Rilling. Während dieser Zeit trat Toll bereits als Konzert- und Opernsänger auf und hatte selbst bis 1996 einen Lehrauftrag für Gesang an der Freiburger Musikhochschule inne.
Im gleichen Zeitraum wirkte Winfried Toll auch als Dirigent verschiedener Ensembles. Seit 1988 leitet Toll als Dirigent die Camerata Vocale Freiburg. Von 1994 bis 2002 war er Chordirektor des Kölner Bachvereins. Im Jahre 1997 folgte die Berufung zum Professor für Dirigieren an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und die Wahl zum künstlerischen Leiter der Frankfurter Kantorei. Seit 2007 ist Winfried Toll künstlerischer Leiter des Daejon Philharmonic Choir in Südkorea, welcher von der Kritik 2011 als bester koreanischer Profichor gerühmt wurde.
Gastdirigate führten Toll zu verschieden renommierten Chören und Orchestern (Deutsche Kammerphilharmonie, Barockorchester Freiburg, Gürzenich Orchester, SWR Vokalensemble und Rias Kammerchor).
Seit seiner Studienzeit ist Winfried Toll als Komponist tätig. Für sein Orgelwerk „Wegkreuze“ erhielt er bereits 1980 den Kompositionspreis Altenberger Dom, ebenfalls ausgezeichnet wurde 1981 in Stuttgart seine Komposition „Psalm 13“ sowie 1985 sein Chorwerk „Wenn ich dein je vergesse“ anlässlich der Internationalen Bachakademie.
2017 wurde Winfried Toll vom Verband Deutscher Konzertchöre mit dem Preis für das beste Konzertprogramm der Saison „In Memoriam Max Reger“ ausgezeichnet, das auf dieser CD veröffentlicht wird.

Diskografie

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Artist von . Speichern Sie den permalink als Bookmark.